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Dissertation

Innenraum-Package-Konzeptionswerkzeug für hochautomatisierte Pkw

Autor*in:
Claus Bertram Heinrich Bonerz
Seitenzahl:
240
Jahr:
2026
Sprache:
Deutsch
Format:
digital

Mit der UNECE-Regelung zum automatisierten Fahren nach SAE-Level 3 wandelt sich der Fahrzeugmarkt durch die Markteinführung bedingt automatisiert fahrender Fahrzeugen wie der Mercedes-Benz S-Klasse W223 oder dem EQS V297. Auf nationaler Ebene zeigt sich dieser Wandel im Beschluss des deutschen Bundesrats zur Autonome-Fahrzeuge-Genehmigungs-und-Betriebsverordnung, welche den Rahmen für hochautomatisierte Fahrzeuge (HAF) nach SAE-Level 4 schafft.

Der automobile Produktentstehungsprozess (PEP) ist ein hochkomplexer, stark vernetzter Vorgang mit starken Interdependenzen. Durch die stetig steigende Anforderungszahl haben sich rechnergestützte Konzeptionstools als Maßnahme zur Komplexitätsbeherrschung in der frühen Konzeptphase bewährt. Durch die Unterstützung der Maß- und Packagekonzeption erhöhen sie die Datendurchgängigkeit, senken das Risiko von Entwicklungssackgassen und steigern so die Effizienz des Entwicklungsprozesses. Dieses Vorgehen wird als Frontloading bezeichnet. Die Tools sind ein Bestandteil dieses Vorgehens. HAF rücken den Nutzer weiter in den Entwicklungsfokus, da der Fahrer sich erstmals völlig fahrfremden Tätigkeiten (FFT) zuwenden kann. Dadurch gewinnt das Interieur als kaufentscheidendes Kriterium an Bedeutung, da es neben der Fahraufgabe noch stärker auch die Nutzerbedürfnisse im Rahmen neuer FFT bedienen muss. Als Konsequenz steigt die Anforderungszahl und deren Interdependenzen weiter an, was die Komplexität des PEP steigert. Es bedarf komplexitätsreduzierender Maßnahmen für die Interieurkonzeption HAF.

Als Forschungsbeitrag wurde eine modulare Methode zur parametrischen, teilautomatisierten, nutzerzentrierten Interieurkonzeption für HAF gemäß SAE-Level 4 entwickelt und in Form eines rechnergestützten Werkzeug umgesetzt. Die Nutzerzentrierung fußt auf der Berücksichtigung geometrisch-funktionaler Nutzerbedürfnisse auf Basis relevanter FFT sowie daraus hergeleiteten Betrachtung geometrisch-ergonomischer Nutzerbedürfnisse. Diese wurden in drei Studien ermittelt. Das Werkzeug nutzt eine parametrische Modellbildung des Fahrzeuginterieurs zur Erstellung eines konsistenten Interieur-Maßkonzepts, auf dessen Basis die Erzeugung FFTspezifischer Interieur-Packages als parametrisches CAD-Modell möglich ist.

Nachfolgend an die Methodenentwicklung folgt ein dreigliedriger Evaluationsprozess. Jedes Glied weist eine Perspektive auf. Im ersten Glied wird aus Sicht des Methodenentwicklers die Anforderungserfüllung der Methode geprüft. Im zweiten Glied wird aus Sicht des Fahrzeugentwicklers die Funktionsfähigkeit der Methode geprüft. Das dritte Glied betrachtet die beiden Interieurs aus der Fahrzeugnutzersicht. Hierzu wird eine Nutzerstudie durchgeführt, um die Nutzbarkeit der Konzepte für eine FFT zu untersuchen. Auf Basis der Erkenntnisse der Entwicklung und Evaluation wird die Arbeit reflektiert und ein Ausblick gegeben.

Adresse

Institut für Kraftfahrzeuge
RWTH Aachen University
Steinbachstraße 7
52074 Aachen · Deutschland

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+49 241 80 25600

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